Was genau bedeutet "Burn Out"?

Burnout bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Ausgebranntsein“ (to burn out: ausbrennen) und meint einen Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit. Sozusagen ein „Knock-out“. Ganz plötzlich kommt es zu einer Art physischen und psychischen Zusammenbruchs: „Nix geht mehr!“
Burnout ist eine Folge von langanhaltendem Stress durch dauerhafte physische (körperliche) und/oder psychische (seelische) Überforderung. Ein Burnout kann u.a. dann entstehen, wenn die inneren Ressourcen über einen längeren Zeitraum hinweg nicht mehr ausreichend vorhanden sind für die Bewältigung von alltäglichen und fordernden Aufgaben. Es fehlt ein Gleichgewicht von Aktivität und Ruhe, Anspannung und Entspannung, Stress und Erholung.
Es muss allerdings nicht unbedingt chronischer Stress sein, auch ein plötzliches traumatisches Erlebnis oder eine Reihe von lebensverändernden Situationen, ob bewusst oder unbewusst, freudig oder schockierend, können den Körper und die Seele dauerhaft erschöpfen.

Stress kann in all unseren Lebensbereichen entstehen, sei es im Beruf, innerhalb der Partnerschaft, der Familie, oder im Freundeskreis, ebenso durch schwere Arbeit, im Leistungssport oder auch durch äußere Umwelteinflüsse, wie z.B. Lärm. Innere Belastungssituationen wie Beziehungsprobleme, Krankheit oder der plötzliche Verlust eines Menschen können dauerhaft Stress auslösen und somit Körper und Seele beeinträchtigen.

Stress ist nicht nur negativ, es gibt auch positiven Stress!

Stress kann auch durch vermeintlich schöne und positive Veränderungen im Leben entstehen und uns körperlich und seelisch schwächen, wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes mit den dazu gehörenden Veränderungen bei sich selbst und innerhalb der Partnerschaft, eine räumliche Veränderung wie ein Umzug, Arbeitsplatzwechsel und hohe berufliche Motivation ohne Ausgleich (Workaholics).
„Schöner Stress“ ist jedoch auch wandelbar: z.B. wenn es nach der Bewältigung einer positiven Herausforderungen mit begleitenden Anspannungen nicht zur regenerativen Entspannung kommt, kann sich auch so positiver Stress negativ auf den Körper auswirken.

Unterschiedliches Stressempfinden

Bei jedem Menschen sind das Stressempfinden und die Stressverarbeitung unterschiedlich, und somit begegnet uns unser Umfeld manchmal auch mit Unverständnis, wenn wir unsere Überforderung äußern. Was uns unangenehm ist und an uns selbst zweifeln lässt. Wir vergleichen uns mit anderen, wollen nicht akzeptieren, dass unser Körper nicht mehr so leistungsfähig ist, wie wir es gewohnt sind. Wir erkennen den eigenen Erschöpfungszustand nicht rechtzeitig und kämpfen dagegen an. Wir erwarten und verlangen mehr und mehr von uns, saugen unseren Körper aus, rauben ihm die letzte Energie und spüren, dass wir trotz allergrößter Anstrengung körperlich und geistig nicht mehr das erbringen können, was wir in unseren kraftvollsten Zeiten geschafft haben. Die Spanne zwischen zu bewältigenden Herausforderungen und unserem Kraftpotential wird immer größer. Und irgendwann spüren wir körperlich und psychisch: "Ich kann nicht mehr!" oder auch "Nichts geht mehr!".

Letztendlich ist so ein im ersten Moment dramatisch wirkender Erschöpfungszustand (Burnout) wie eine Notschalter, der in unserem Körper umgelegt wurde. Unser Körper zeigt uns somit rechtzeitig, dass nicht mehr genug Kraft und Energie vorhanden sind, um die alltäglichen Anforderungen zu bewältigen und wir uns nun um uns selbst achtsam kümmern sollten. Und es auch noch können: viel Schlimmeres hätte passieren können, wie zum Beispiel Infarkte oder andere lebensbedrohliche Erkrankungen.

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